Geschichte

1. Das Militär braucht eine Bahn

Während damals von der österreichischen Seite aus eine Strasse bis in Grenznähe erstellt wurde, mussten die Schweizer Grenzschutztruppen Munition und Verpflegung in einem beschwerlichen Aufstieg von Jenins an die Gebirgsfront tragen.
Die Älplibahn wurde im Zweiten Weltkrieg gebaut, um die an der Grenze stationierten Truppen mit Nachschubmaterial zu versorgen. Aus diesem Grunde beantragte der damalige Abschnittskommandant, Hauptmann Christian Janggen, den Bau einer Seilbahn.

2. Die Gemeinde Malans macht mit

Nachdem vom Militär ein Finanzierungsbeitrag von 1/3 der Baukosten zugesichert wurde und auch die Gemeinde Malans einer Seilbahn für Holztransporte und zur Personenbeförderung im August 1939 zustimmte, konnte mit den Vorarbeiten begonnen werden.

Mit Rücksicht auf die militärische Dringlichkeit wurde sofort die Malanser Forstgruppe, welche bereits über eine reichliche Erfahrung mit Holzseilbahnanlagen verfügte, von ihren übrigen Aktivdienstpflichten befreit und zum Bau einer ersten Materialseilbahn abkommandiert.

3. Ein Provisorium

Es wurde unverzüglich eine Waldschneise ausgeholzt und mit einer provisorischen Transportanlage mit zwei Zwischenstationen konnten bereits im folgenden Jahr Güter aufs Älpli transportiert werden.

4. Erste konzessionierte Luftseilbahn Graubündens

Das Projekt für die neue Älplibahn wurde von Prof. Stüssi von der ETH in Zürich berechnet. Die Inbetriebnahme erfolgte schliesslich im Herbst 1941. Aus Sicherheitsgründen konnten vorerst jedoch nur Militärtransporte ausgeführt werden.



Nach zusätzlichen Umbauarbeiten erfolgte aber im September 1945 auch die Freigabe für den Zivilverkehr. Es handelte sich um die erste konzessionierte Luftseilbahnanlage des Kantons Graubünden, und mit einer Fahrbahnlänge von 3,5 km gehörte sie zu den längsten in der Schweiz. Sie ist bis heute noch die Bahn, die am meisten Höhenmeter ohne Zwischenstation überwindet.

5. Wie weiter

Als Touristenbahn wurde die Anlage zu einem beliebten Ausflugsziel, bis der Betrieb im Jahre 1973 infolge dringend erforderlicher Erneuerungen eingestellt werden musste. Wegen der geringen Förderkapazität von 16 Personen pro Stunde waren die Betriebseinnahmen jedoch zu gering, um die hohen Investitionskosten amortisieren zu können. Nachdem keine Lösung zur Finanzierung gefunden wurde, erwog man im Jahr 1980 den Abbruch.

6. Gründung von Genossenschaft und Verein

Zu dieser Zeit wurde der Älplibahnverein gegründet und kurze Zeit später auch die Genossenschaft Älplibahn mit dem Ziel, das notwendige Kapital für eine Sanierung der alten Anlage zusammenzubringen. Dank der spontanen Hilfe aus weiten Bevölkerungskreisen wurden innerhalb von einem halben Jahr für 550 000 Franken Anteilscheine gezeichnet.

7. Wiederinstandstellung

Auch das Militär half an der Wiederinstandstellung mit, und selbst Grossbahnen leisteten an den kleinen Bruder finanzielle Beiträge. Nachdem die Gemeinde die Seilbahn an die Genossenschaft abgetreten hatte, konnten die Seile ausgewechselt, ein neuer Antrieb eingebaut und eine moderne Sicherheitsanlage installiert werden. Bereits beim Umbau wurden die Anlageteile so dimensioniert, dass eine spätere Verdoppelung der Kapazität auf 32 Personen pro Stunde möglich war.

8. Über 6000 Stunden Fronarbeit

Nebst den elektromechanischen Erneuerungen mussten auch viele Bauarbeiten erledigt werden. So waren an Samstagen bis zu 40 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz,



Bis zur Wiederinbetriebnahme im Juli 1982 wurden weit über 6000 Stunden Fronarbeit geleistet. Auch in den folgenden Jahren ging die Arbeit nicht aus, mussten doch Masten saniert sowie die Bergstation mit einem Schutzdach und Lawinenverbauungen gesichert werden.

9. Von freiwilligen Helfern betrieben

An den Wochenenden wurde die Nachfrage immer grösser, so dass die vorhandene Kapazität bald nicht mehr ausreichte. So erfolgte im Jahre 1989 der Ausbau auf die Doppelkabinenbahn. Um den Betrieb sicherzustellen, stehen viele freiwillige Maschinisten sowie eine Gruppe für Bau- und Unterhaltsarbeiten im Einsatz, und für das leibliche Wohl sorgen die Wirtsleute bei der Bergstation.

10. Eine grosse Älplibahngemeinschaft

So ist eine grosse Älplibahngemeinschaft entstanden, in der viele Kameraden jeder Altersstufe eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung gefunden haben. Dank der breiten Unterstützung mit 550 Genossenschaftlern und 800 Vereinsmitgliedern ist auch die Finanzierung gesichert. Es ist erfreulich, dass die Begeisterung auch nach 20jähriger Betriebszeit nicht abgeklungen ist. Das gesteckte Ziel ist nicht profit-orientiert, sondern die Erhaltung der Bahn für den Sommerbetrieb mit einem beschränkten Tourismus sowie eine massvolle Preispolitik.